Die Geschichte der Feuerwehr Büchen

 

Die Entwicklung des Feuerwehrwesens im Kreis Lauenburg machte auch vor der Gemeinde Büchen nicht halt. So kam es, dass sich einige beherzte Bürger aus Pötrau zusammen fanden um im Jahre 1890 eine Feuerwehr zu gründen. Bis auf Hugo Wulff als Schriftführer ist über die Gründungsmitglieder leider nichts überliefert worden.

1910 - 1930
Außer dem Protokoll von 1910 weist auch ein Zeitungsausschnitt aus dem Jahre 1892 aus der damaligen Lauenburgischen Zeitung auf die neuen Wehren Pötrau, Fitzen und Witzeeze hin. Dieser Zeitungsausschnitt wurde 1971 dem Wehrführer Wilhelm Lempges durch den Lehrer Emil Bubert zugesandt. Aus den Protokollen von 1910 - 1914 geht hervor, dass die Wehr bei zahlreichen Übungen und ebenfalls bei den sonstigen kameradschaftlichen Zusammenkünften ein reges Vereinsleben hatten. Dies nicht nur bei dem traditionellem Lunkwurstessen, zu dem im Jahre 1913 aus der Kameradschaftskasse 50 l Bier und 1 Kiste Zigarren freigemacht wurden.

In den Jahren 1914 - 1918 während des l. Weltkrieges ruhte so ziemlich der Übungsbetrieb. So richtig los ging es dann wieder ab 1919. Die Wehr zählte 41 Kameraden, 2 Soziale und 1 Ehrenmitglied. Die Kasse hatte einen Differenzbetrag von 57,41 Mark. Bei den nach Protokollpunkt 5 durchgeführten Führerwahlen wurden Ludwig Möller zum Hauptmann, Karl Arnold zum Vizehauptmann, H. Wulff zum Spritzenführer und W. Beckmann zum Vize. H. Bahr zum Spritzenmeister und 0. Schulz zum Schriftführer, L. Möller zum Steigerführer und 0. Bruhn zum Vize. Die beiden F. Böttcher und H. Bahr wurden als Rechnungsrevisoren einstimmig wieder gewählt. Der Übungsdienst wurde nun verstärkt wieder aufgenommen. Die Wehrmitgliederzahl wuchs im Laufe der Jahre auf 70 Mann an. Wie aus den Protokollen hervorgeht, wurden auch die Kontakte zu den gleichaltrigen Wehren Witzeeze und Fitzen zumindest bei den Bällen aufrechterhalten. Mit dem Anstieg der Mitglieder stiegen auch die Ein- bzw. Ausgaben. Dies jedoch mehr wegen der galoppierenden Inflation. So musste schon Anfang der 20 ger Jahre für den Ball ein Eintritt von 5 Mark entrichtet werden.

1930 - 1950
Die schlimmste Zeit in Punkto Inflation und politische Unruhen war nun vorbei und man kann davon ausgehen, dass die Wehr 1931 erstmalig ein Auto für den Transport der Spritze zur Verfügung hatte. Nach handschriftlichen Aufschreibungen (Pastor Harten) und dem Protokoll vom 7. Jan. 1933 schlug 1932 der Blitz in den Kirchturm in Pötrau ein und vernichtet diesen. Die Wehr war 1932 4x zu Einsätzen gerufen worden und erhielt für ihren tapferen, tatkräftigen Einsatz von der Aachen-Münchener-Versicherung eine Prämie von 100 Mark. Der Kreisfeuerwehrverbandstag in Düneberg hat nach Mitteilung des Herrn Hauptmann L. Niemann für die Wehr nichts neues gebracht. Neu waren jedoch in den folgenden Jahren die Aufgaben und Einsätze. Da war der Brand der Pötrauer Schule noch harmlos. Das die Feuerwehrmänner schnell handeln konnten, bewies hier Paul Duwe, als er die durch Funkenflug entzündete Pfarrscheune durch ersticken der Flammen rettete. Die Kriegsjahre brachten der Wehr zahlreiche Einsätze in den beiden Großstädten Lübeck und Hamburg. Der schwerste war aber wohl hier in Büchen als man das eigene Hab und Gut retten musste. Viele zerbombte Häuser wurden ein Raub der Flammen und es mussten viele Verwandte, Bekannte und Freunde aus den Trümmern geborgen werden.

1950 -1970
In diesen Jahren nach dem Kriege ging es wieder an den Aufbau des eigenen Lebens und auch der Wehr. So konnte aus den Kriegswirren doch einiges hin über gerettet werden, auch wenn eines guten Morgens das Auto geklaut worden war. Die Gemeinde half tatkräftig mit beim Wiederaufbau der Wehr und so wurde bereits 1962 ein Fahrzeug LF 8 auf Opel Fahrgestell beschafft und im gleichen Jahr das neue Gerätehaus an der Bahn bezogen werden. Das Fahrzeug erhielt im Sept.62 bei Siemann in Witzeeze die Feuertaufe. Zu ihrem 75. Jubiläum zählte die Wehr 28 Mitglieder. Die herausragenden Einsätze und Veranstaltungen waren in dieser Zeit das Hochwasser in der Wakenitz in Lübeck und der Kreisverbandstag 1969 hier in Buchen.

1970 - 1990
Auch wenn sich die Wehrmitglieder nur gering erhöhten und zwar auf 33 Aktive, so gingen die Einsatzzahlen stark in die Höhe. Schon bald reichte der Platz für die Einsatzgeräte nicht mehr aus und es musste neu gebaut werden. 1970 wurde das Gerätehaus an der Möllner Straße übergeben. Hinzu kam im gleichen Jahr das Tanklöschfahrzeug TLF 16. Nun kam, was kommen musste. Die beiden Wehren Pötrau und Nüssau taten sich zusammen. Im Gerätehaus hatten sie bereits 4 Jahre nebeneinander gelebt. Die Repräsentanz der Jugendfeuerwehr beim Kreisverbandstag in Güster 1975 führte dann zur Gründung einer Jugendfeuerwehr hier in Büchen. Es fanden sich auf Anhieb 25 Jugendliche zusammen, die die Ideen der Jugendfeuerwehren nacheifern wollten. Mittlerweile sind bereits etliche Jugendfeuerwehrmänner in den aktiven Dienst übergewechselt. Aufgrund der wachsenden Aufgaben im Ort und im Amtsbereich erhielt die Wehr noch ein Einsatzfahrzeug und ein Löschgruppenfahrzeug LF 16 . Noch rechtzeitig zum 100 jährigen Bestehen, stand ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 8 mit Gefahrgutkomponenten speziell für den Bahnhof Buchen, für das alte LF 8 aus dem Jahre 1962 stammende, im Gerätehaus. Bei diesem Festakt, übernahm die Wehr auch das LF 8 von Wotersen Baujahr 1943, mit gleichem Typ waren unsere heutigen Ehrenmitglieder während des Krieges im Einsatz.

1990 - 2000
Die Wehr hat fast gleichbleibende Einsatzzahlen zu verbuchen. 1994 wurde ein neues Tanklöschfahrzeug beschafft. Das Alte, nunmehr über 20 Jahre alte Fahrzeug wurde auf betreiben der Gemeinde an die Wehr Schwanheide abgegeben. Die Wehr hat mit dem Elw, LF 8, LF16, TLF 16/25 und dem GW (DAF Langpritsche) einen Fahrzeugpark mit dem sie nahezu für alle Einsätze gerüstet ist. Der für das Jahr 1996 geplante Neubau des Feuerwehrhauses auf dem ehemaligen Kirmesplatz an der Raiffeisenstraße, wurde verwirklicht und konnte am 16.07.1999 bezogen werden. Im gleichen Jahr erhielten wir durch den Kreis einen gebrauchten RW l aus der zuvor in Lübeck stationiert war. Mit dem RW kam auch ein weiteres Einsatzgebiet auf die Büchener wehr hinzu. Seit 1999 fährt sie zur Unterstützung der Feuerwehren Gudow und Talkau zu Einsätzen der BAB 24.


(C) Text von Uve Dreessen